Anregungen und Forderungen zum Thema „Zukunft für Werkstätten für psychisch beeinträchtigte Menschen“ in der Bundesrepublik in Trier am 13.3.2008
Klaus Laupichler
Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit und sollte einen Lohn haben, der ihn von einem sozialen Hilfesystem unabhängig macht.- Allen, insbesondere psychisch kranke Frauen und Mütter sollten nach der Elternschaft besondere Hilfe gewährt werden, wieder zu einer sinnvollen und würdevollen Arbeit zu gelangen und eigenen Unterhalt zu bekommen.
- Werkstätten für Behinderte sind zum Schutz für Behinderte da. Es muss insbesondere darauf geachtet werden, dass die Werkstätten ihren gesetzlichen Auftrag auf Eingliederung in die Gesellschaft und Arbeitswelt erfüllen. Werkstätten sollten deswegen nachweisen was sie tun, damit Menschen im ersten Arbeitsmarkt integriert werden.
- Werkstattleitungen und Sozial- bzw. Integrationsdienst sollten einer ständigen Kontrolle unterstehen und überprüft werden, ob sie die Ziele der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt auch erfüllen.
- Arbeit formt. Menschen sind verschieden belastbar. Alle Menschen sollen eine Arbeit entsprechend ihrer Belastbarkeit haben. Insbesondere psychisch kranke Menschen wollen Arbeit, die auch intellektuell ihren Fähigkeiten entspricht.
- Nach zwei Jahren Aufbau- und Trainingszeit sind gerade virtuelle Werkstätten, wie von der Aktion Psychisch Kranke gefordert, zu bevorzugen und daher einzurichten.
- Wir unterstützen die Forderung von Aktion Psychisch Kranke: Zuerst platzieren und dann rehabilitieren. Jobcoaches sind hierbei wichtig und sollten zur Unterstützung da sein.
- Mit dem persönlichen Budget für Arbeit können viele Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt gestützt werden. Dies darf nicht nur ein Modell sein. Wir fordern, dass die Leistungsträger das gleiche Geld, das sie für die Werkstatt ausgeben, auch in den ersten Arbeitsmarkt investieren. Dazu ist das persönliche Budget eine Möglichkeit.
- Finanziert nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Arbeit u.a. am Gemeindewohl und damit am Gemeindewohl (Vernetzung und Hilfeleistung in der Stadt, die zu Cummunity City führt und damit die Heime minimiert)
- Zum gesunden Altwerden gehört auch die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Daher ist es gerade wichtig, dass psychisch behinderte Menschen immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt werden. Hierzu gehört das Fördern und Fordern.
- Leider hat es sich gezeigt, dass eine hohe Medikamentierung und das Verweilen in schlechter, monotonen Arbeit zur einer verführten Vergreisung und zum frühen Tod führt. Deswegen brauchen wir Arbeit, die uns fordert und Menschen, die uns begleiten, wenn wir ohne Medikamente leben wollen.
- Stillstand führt zu einem langen, geistigen und sexuellen Siechtum. Wir brauchen Aufgaben, denen wir gewachsen sind und an denen wir wachsen können.
Wir wollen ein Leben in Würde, auch wenn wir eine psychische Krankheit oder Behinderung haben. Gerade Menschen mit einer hohen intellektuellen, künstlerischen oder sozialen Kompetenz erfahren oft eine psychische Behinderung. Diese hohen Kompetenzen sollten gerade bei der Arbeit berücksichtigt werden und weiter gefördert werden.