Projektive Identifizierung

Die projektive Identifizierung ist neben der Spaltung der charakteristische Abwehrmechanismus beim Borderline-Patienten. Projektion bedeutet, daß man Gefühle und Phantasien, die man in sich selber ablehnt, nach außen verlagert und in eine andere Person lokalisiert, so daß man dem anderen unterstellt, daß er die Gefühle, Gedanken und Phantasien habe, die man in sich selber ablehnt. Reifere Form der Projektion ist ein stabiler Abwehrmechanismus, in dem die endgültige Externalisierung der unerträglichen Vorstellung gelingt.

Bei der projektiven Identifizierung kann man drei Schritte unterscheiden:

  • Die Aggression wird nach außen projiziert.
  • Die Person, auf die man diese Aggression projiziert, wird als bedrohlich, verfolgend und vergeltungssüchtig erlebt. Dadurch, daß die Ich-Grenzen mangelhaft ausgebildet sind und man schlecht zwischen sich und den anderen Menschen unterscheiden kann, identifiziert man sich mit der Aggression, die man in den anderen hineinprojiziert hat und fühlt sich daher bedroht.
  • Daher muß der andere „Ständig kontrolliert“, „Beherrscht“, „Präventiv angegriffen werden“, bevor der andere einen selber angreift.