Traumaambulanzen

Julia Kuschnereit

Erstes Ziel der Traumaambulanzen ist es, durch ein rasches
fachkompetentes Eingreifen zu vermeiden, dass die psychischen Folgen von Gewalttaten sich dauerhaft als Gesundheitsstörungen verfestigen. Es ist wichtig, Menschen, die infolge einer Gewalteinwirkung traumatisiert sind oder sein könnten, einen raschen und unverzüglichen Zugang zu kompetenter neurologisch-psychiatrischer beziehungsweise psychotherapeutischer Hilfe über die Inanspruchnahme der Trauma-Ambulanzen an Kliniken zu ermöglichen. Mittelfristig ist geplant, dass in RLP wohnortnah Traumaambulanzen an bestehenden Einrichtungen der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik eingerichtet werden sollen. Sowohl aus fachlichen wie auch aus finanziellen Gründen soll dieses Angebot im Jahr 2011 zunächst an zwei Standorten erprobt und evaluiert werden.

 

Vorgesehen sind zwei Einrichtungen, die eine besondere Expertise auf dem Gebiet der Psychotraumatologie vorweisen. Zum einen handelt es sich um die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz unter Leitung von
Herrn Prof. Dr. M. Beutel. Bei der zweiten Einrichtung handelt es sich
um die Dr. von Ehrenwallsche Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie
und Psychosomatik in Bad Neuenahr unter der Leitung von Herrn Dr.
Smolenski. Die Behandlung von traumatischen Erkrankungen gehört zum Schwerpunkt beider Kliniken.

Beide Einrichtungen haben sich zudem bereits für die Vernetzung der
Akteure im Bereich Psychotrauma vor Ort engagiert. Sie sind beide sehr
an der Teilnahme an diesem Modellprojekt interessiert und bereit, über
die eigentliche Ambulanzarbeit hinaus die Netzwerkarbeit vor Ort weiter zu intensivieren. Die Evaluierung des Modellprojektes wird ebenfalls sicher gestellt.